DEUTSCHER PAVILLON AUF DER WELTAUSSTELLUNG 1967 IN MONTREAL/KANADA

ENTWURF: BÜRO GUTBROD, STUTTGART: ROLF GUTBROD, HERMANN KENDEL, HERMANN KIES; FREI OTTO MIT LARRY MEDLIN, 1965
MESSMODELL: INSTITUT FÜR LEICHTE FLÄCHENTRAGWERKE: FREI OTTO UND MITARBEITER
INGENIEURE: FRITZ LEONHARDT MIT HARALD EGGER
AUSFÜHRUNG: 1966-1967

1965 schlägt Rolf Gutbrod, Professor an der Stuttgarter Hochschule, seinem jungen Kollegen Frei Otto vor, gemeinsam am Wettbewerb für den deutschen Pavillon auf der Expo '67 in Montreal teilzunehmen. Grundlage des Entwurfes wird Frei Ottos "Fläche mit Hoch- und Tiefpunkten", ein Studienmodell, das zeigt, wie sich beliebig große Membranflä-chen mit einzelnen schlaufenförmigen Fang-seilen aufspannen lassen. In Montreal stützen acht 14 bis 38 m hohe Maste die frei gestaltete Dachfläche von etwa 10.000 m2. Ein vorgefertigtes Seilnetz mit 50 cm Maschenweite bildet das leichte Flächentragwerk, an dem eine dünne Dachhaut aus PVC-beschichtetem Polyestergewebe abgehängt ist. Die großen augenförmigen Seilschlaufen sind mit transparentem Kunststoff eingedeckt. Ein variables System von Ebenen und Terrassen gliedert den Innenraum. Zwei Lattenkuppeln über dem Vortragsbereich stehen im Kontrast zu den sattelförmigen Membranflächen des Zeltdachs, das strahlend weiß über der Lagune des St. Lorenz Stromes aufragt. Wegen der Olympischen Spiele 1976 musste der ursprünglich für einen Sommer geplante Pavillon seinen Platz räumen.