LATTENKUPPEL AUF DER DEUTSCHEN BAUAUSSTELLUNG 1962 IN ESSEN

ENTWURF: FREI OTTO MIT JOHN KOCH, EVA PIETSCH, BERND-FRIEDRICH ROMBERG, 1962
AUSFÜHRUNG: 1962

Wird eine Kette an zwei Punkten aufgehängt, formt die Gravitation ihren Verlauf. Der Katalane Antoni Gaudí hat bereits Gewölbe gebaut, die nach diesem Prinzip der Kettenlinie entwickelt sind. Auch Frei Otto beschäftigt sich mit Umkehrkonstruktionen. Wird die Form einer Kuppel über ein Hängemodell entwickelt, treten in der Kuppel reine Druckspannungen auf, solange sie nur von ihrem Eigengewicht belastet ist. Daneben wirken bei Bauwerken aber auch veränderliche Lasten wie Wind oder Schnee, was die Suche nach der optimalen Form jedoch erschwert. Auf der ersten DEUBAU in Essen zeigt Frei Otto eine Kuppel, die sich über einer Fläche mit 15 m Kantenlänge erhebt. 40 x 60 mm starke Latten sind in quadratischem Raster auf dem Boden ausgelegt und an den Kreuzungspunkten lose verbunden. Ein Autokran zieht die Mitte des Rostes 5 m in die Höhe. Die Latten krümmen sich, die Randfelder verziehen sich rautenförmig. Aus dem ebenen Rost entsteht eine gekrümmte Kuppel. Die Enden der Latten werden an einem Auflagerring befestigt, die Bolzenmuttern in den Knotenpunkten zur Versteifung fest angezogen. Die Form ist stabil, die Kuppel tragfähig.